über Su Yu Hsin

Su Yu Hsin (geb. 1989, Taichung) ist Künstlerin und Filmemacherin. Sie nähert sich der Ökologie in ihrer engen Beziehung zur Technologie. In ihren essayistischen Film- und Videoinstallationsarbeiten reflektiert sie über Technologie, Ökologie und die kritische Infrastrukturen, die das Menschliche und das Nicht-Menschliche verbinden.
Ihre Arbeiten wurden u. a. ausgestellt im Museum of Contemporary Art Busan, Taipei Biennale, ZKM Karlsruhe, Kyoto Art Center, Haus der Kulturen der Welt Berlin. Sie war Finalistin beim 8. Huayu Youth Award (2020) und LOOP Barcelona Discover (2018).

Webseite von Su Yu Hsin

Su Yu Hsin, Visual reference of the project Blast Furnace no.2 (WT) , Courtesy: the artist

Als Ankerpunkt für ihre multidimensionale Videoarbeit nutzt Su Yu Hsin den leeren Sockel des ehemaligen Hochofens 2, die sogenannte Ofensau. In Blast Furnace no.3 kombiniert die Künstlerin spektakuläre Satellitenaufnahmen mit Archivmaterial und Interviewausschnitten und erkundet die Themen Stahlproduktion, Globalisierung und den kosmischen Urspung des Metalls Eisen kaleidoskopartig aus erdgeschichtlicher, sozialhistorischer und ökologischer Perspektive.

Im Jahr 1989, kurz vor der Schließung der Henrichshütte, wurde der Hochofen 2 von einem chinesischen Stahlwerk gekauft, abtransportiert und in Hunan wieder aufgebaut. Dort lief er weitere 15 Jahre, bis er durch einen größeren Ofen ersetzt wurde. In Hattingen zeugt nur noch ein leerer Sockel, die ‚Ofensau‘, von dem ehemaligen Zentrum der Henrichshütte. Ausgehend von dieser Leerstelle folgt Blast Furnace no.2 den Wegen der Globalisierung von Hattingen über Hunan – und schließlich bis ins Weltall: Ein Blick in die mineralischen Sammlung der Henrichshütte erweitert die zeitliche Skala der Geschichte des „HO II“ um die der geologischen Zeit. Dort verweist ein eisenhaltiger Meteorit auf die kosmische Herkunft des Metalls: Eisen kommt überall im Universum vor und war bereits bei der Zusammenballung der Erde im kosmischen Staub enthalten. Su Yu Hsin greift auch diese tiefenzeitliche Perspektive erzählerisch auf, um Rohstoffabbau und -verarbeitung zu beleuchten.

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