Glashütte Gernheim

FUTUR_ressourcen

Im Gernheimer Glasturm, einem der letzten Bauwerke dieser Art in Deutschland, verarbeiten Glasmacher mit Pfeife, Holzform und Schere die glühende Masse aus Sand, Soda und Kalk noch wie zur Gründungszeit der Hütte vor 200 Jahren. Das anspruchsvolle Handwerk des Glasmachens ist immaterielles Kulturerbe und lebt von der persönlichen Weitergabe der Fähigkeiten. Die Glashütte Gernheim trägt am Originalschauplatz zur Tradierung der Fertigungstechniken bei und arbeitet regelmäßig mit internationalen Glasmacher:innen zusammen.

Festivalwoche 19.3. – 26.3.2022
Öffnungszeiten: 10 – 20 Uhr (täglich, auch Montag)
Der Eintritt ist frei.

Die temporäre Arbeit SMART.ING BODIES wird in der Festivalwoche stündlich um 16, 17, 18 und 19 Uhr vorgeführt. ARCHITECTURES OF NOISE ist in der Festivalwoche täglich von 19 bis 20 Uhr zu sehen.
TRANSPARENT THINGS ist dauerhaft während der Öffnungszeiten im Museum zu sehen.

Für den Museumsbesuch gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet).

Faidra Oikonomopoulou & Telesilla Bristogianni
Michel Melenhorst (TH OWL)

Transparent Things

Futur II | 19.03.2022

Skulptur aus recycelten Glas- und Bauelementen 2022

Für das Außengelände der Glashütte Gernheim entwickelten Studierende der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur gemeinsam mit Michel Melenhorst, Professor für Kontextuelles Entwerfen, eine begehbare Skulptur aus recyceltem Glas und aussortierten Bauelementen. Überlegungen zu Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft flossen in den Entwurf des Projekts Transparent Things mit ein. Beratend zur Seite standen Faidra Oikonomopoulou und Telesilla Bristogianni (TU Delft), die mit Re3 Glass eine neue Generation von recycelten und wiederverwendbaren Gussglaskomponenten zum Bauen entwickelt haben.

Glasrecycling ist ein mehrstufiger Prozess, der in Zeiten von Ressourcenknappheit immer wichtiger wird. Daraus nutzbare Elemente für architektonische Anwendungen zu entwickeln, haben sich Faidra Oikonomopoulou und Telesilla Bristogianni zur Aufgabe gemacht. Die Studierenden der TH OWL greifen unter der Leitung von Professor Michel Melenhorst Methoden der beiden Wissenschaftlerinnen auf. Das Projekt Transparent Things bezieht das Spiel mit der Beschaffenheit des Materials genauso mit ein wie das Experiment mit Glasrecyclingverfahren und die Spezifik des Ortes.

Seminarteilnehmer:innen:
Mahmoud Abdelghany, Alexander Bumbke, Frauke Fischer, Ahmad Gamal, Eldin Abdelaziz, Elnossery, Prajit Gorentla, Ashley Grover, Sahar Heidari, Paul Heistermann, Mahan Mashayek, Ardalan Mirhadinejadfard, Irina Miroschnitschenko, Tina Safarhamidi, Cem Ünal, Charnele Lukman, Hyeonji Seol, Ken Tietjen

Unterstützt von:
Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur – Janine Tüchsen und Markus Opitz, Technische Universität Delft – Anna Maria Koniari und Anurag Sonar, Glasmalerei Peters Studios, Kreis Lippe, PLANTAG Coatings GmbH Detmold, Maltha Glasrecycling, Coolrec und AGC

Evelina Rajca

smart.ing bodies / Architectures of Noise

Futur III | 19.03.2022 - 26.03.2022

Der skulpturale Teil der multisensorischen Installation smart.ing bodies besteht aus zwei gläsernen Instrumente, die durch robotische Systeme und eine algorithmisch erzeugte Komposition in Bewegung gesetzt werden. Die Instrumente enthalten Quarzsand, den die Künstlerin Evelina Rajca an rasant verschwindenden Stränden, Flussbetten und Bergen auf der ganzen Welt gesammelt hat.

Die beiden glockenförmigen Glaskörper werden zum Schwingen gebracht. Sie produzieren „reine“ Töne und stehende Wellen. Eine „Resonanzkatastrophe“ wird jedoch durch einen algorithmischen „Lernprozess“ und vorab definierte „Spielregeln“ verhindert. Mit dem Einsatz digitaler Systeme befragt die Arbeit den zunehmenden Einfluss neuer Technologien auf (nicht-)menschliche Wahrnehmung und Entscheidungsprozesse.

In ihrem experimentellen Videoessay Architectures of Noise nimmt Evelina Rajca Bezug auf die Verbindungen zwischen technologischer Infrastruktur und Ressourcenknappheit. Sand ist als Grundstoff für Glasfaserkabel und Computerhardware unverzichtbar. Architectures of Noise wirft einen Blick auf das ausufernde menschliche Konsumverhalten – sei es in Bezug auf Rohstoffe oder auf die Nutzung von digitalen Technologien.