Kraftwerk Ermen & Engels

FUTUR_energie

Friedrich Engels senior, Vater des berühmten Sozialisten, gründete 1837 in Engelskirchen die Textilfabrik Ermen & Engels. Mit bis zu über 600 Arbeitskräften zählte die Fabrik zu den bedeutendsten Schrittmachern der Industrialisierung im Aggertal. Gleichzeitig entwickelte sich das fabrikeigene Kraftwerk zu einem Vorreiter bei der lokalen Stromproduktion. Im Museum durchlaufen Besucher:innen die einzelnen Stufen der Energiegewinnung aus der Wasserkraft der Agger. Die spielt bis heute eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung in der Region.

Cristina Tarquini

Shapeshifting Energy

Futur II | 12.03.2022

Für das Kraftwerk Ermen & Engels entwickelt Cristina Tarquini Shapeshifting Energy und erforscht damit die Folgen der menschenbedingten Erderwärmung insbesondere auf den Wasserkreislauf im regionalen und europäischen Kontext. Neben Gesundheit und Umwelt ist dadurch auch die Gewinnung regenerativer Energie aus Wasserkraft beeinträchtigt, eine Energieform, für die die Region heute vor allem durch die Aggertalsperre bekannt ist, die sich historisch aber auch in dem einst mit Wasser betriebenen Kraftwerk der ehemaligen Baumwollspinnerei wiederfindet.

Shapeshifting Energy verfügt als immersive Video- und Soundinstallation über eine interaktive Schnittstelle und regt damit verstärkt zum Mitmachen an. Im Turbinenkeller des Museums können individuelle Szenarien auf spielerische Weise simuliert und erlebt werden, etwa wie sich der Temperaturanstieg auf die Aggregatzustände von Wasser auswirkt. Zur Darstellung der Veränderungen, die mit dem aktiven Eingriff des Menschen in den Wasserkreislauf einhergehen, nutzt sie wissenschaftliche Datensets. Als Teil der immersiven Installation werden diese Daten mittels Point Cloud-Animation und -Grafiken in den historischen Raum des Museums projiziert.

Kasia Molga

Positively Charged

Futur III | 12.03.2022 - 19.03.2022

Die interaktive Arbeit Positively Charged der Künstlerin Kasia Molga beschäftigt sich mit bestehenden und künftigen Möglichkeiten der Energiegewinnung. Die Besucher:innen des Kraftwerks Ermen & Engels sind aufgefordert, ihren Körper einzusetzen, um Energie zu erzeugen und die Licht- und Soundinstallation mit Strom zu versorgen. Im Zentrum steht die Frage, ob der menschliche Körper zukünftig in der Lage sein wird, genug Energie zu produzieren, um individuelle Bedürfnisse des Stromverbrauchs zu decken.

Im direkten Austausch mit lokalen Schüler:innen in Form eines Workshops nimmt die Künstlerin mit Positively Charged insbesondere Bezug auf individuelle Fragen einer jungen Generation zum Thema Energie und sensibilisiert für unseren erhöhten Energieverbrauch. Gemeinsam mit den Jugendlichen spekuliert sie, inspiriert von wissenschaftlichen Forschungen zu thermoelektrischen Generatoren, über neue Technologien zur Energiegewinnung. Im Zentrum der künstlerisch-spielerischen Forschung von Positively Charged steht ressourcenschonende Energieeffizienz.

In einer zweiten Arbeit im Turbinenkeller setzt sich die Künstlerin, ausgehend vom eigenen Umgang mit persönlicher Trauer, mit der Frage auseinander, ob der menschliche Körper Anfang eines externen Ökosystems sein könnte. Für How to make an Ocean befüllt Kasia Molga winzige Glasgefäße mit Tränen und lässt in diesen Miniaturozeanen Algen wachsen.

How to make an Ocean wird in Zusammenarbeit mit NEW NOW präsentiert.