Futur III <=> Futur II
Textilwerk Bocholt — FUTUR21

Textilwerk Bocholt

FUTUR_arbeit

Im Herzen eines neuen Kulturquartiers liegt das TextilWerk Bocholt. In einer lebendigen Textilregion lässt das Museum die Lebens- und Arbeitswelten von Unternehmern und Arbeiterfamilien seit der Hochindustrialisierung lebendig werden. In einer charakteristischen Spinnerei und in der Erlebniswelt Weberei mit täglicher Schauproduktion an historischen Webstühlen und -automaten werden Veränderungen der Produktions- und Arbeitsbedingungen über ein Jahrhundert hinweg mit allen Sinnen erfahrbar.

Tristan Schulze

Lucid

Futur II | 05.03.2022

Tristan Schulze erforscht in seiner Arbeit LUCID, wie gestalterisch-kreative Interaktionen zwischen Menschen und Maschinen zukünftig aussehen könnten. Eine Apparatur mit künstlicher Intelligenz generiert in kreativen Prozessen Webmuster und lädt die Besuchenden ein, diese mitzugestalten. Der eigene schöpferische Prozess verbindet sich mit dem der Maschine und hinterlässt Spuren in deren Code. Das Verhältnis bleibt jedoch ambivalent - schließlich trainiert jede Interaktion die künstliche Intelligenz weiter und verstärkt damit deren Autonomie.

Maschinelles Lernen ist ein wichtiger Bestandteil von vielen industriellen Automationsprozessen und verändert zunehmend unser Konzept von Arbeit. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich Tristan Schulze neben der Frage, was wir in Zukunft als Arbeit betrachten werden, vor allem mit Überlegungen dazu, wie wir arbeiten werden.

Als Basis für neue Webmuster, schöpft LUCID aus dem umfangreichen Musterarchiv des TextilWerkes Bocholt, in dem sich die Textilgeschichte des 20. Jahrhunderts abbildet. Dieses Archiv wird in den nächsten Jahren für junge Designer:innen zugänglich gemacht und wird damit gleichzeitig Inspirationsquelle für neue Muster.

ATELIER E

Loom

Futur III | 05.03.2022 - 12.03.2022

ATELIER E (Daniel Dalfovo & Christian Losert) entwickeln für den Kardensaal des TextilWerks eine raumgreifende Licht- und Klanginstallation: Phosphoreszierende Webfäden verwandeln sich durch Laserstrahlen in eine Partitur aus Licht und Dunkelheit. Die audio-visuelle Installation LOOM spannt mit der Lochkarte als Steuerungselement des Webstuhles den Bogen hin zum Entwicklungsprozess autonomer Systeme und künstlicher Intelligenz, die unser Verständnis von Automation und Arbeit zunehmend verändern.

Lochkarten waren die Vorläufer von digitalen Datenträger-Systemen und bereiteten mit ihrem binären Prinzip den Weg für unsere modernen Computer. Die Reduktion von Information auf eine Serie aus zwei möglichen Zuständen wurde so zum technologischen Leitmotiv des 21. Jahrhunderts.

LOOM hinterfragt im TextilWerk Bocholt die veränderte Rolle des Menschen durch die fortschreitende Automatisierung anhand von Computersystemen. Wie verändert sich unser Arbeitsleben, wenn Technologien in der Gestalt von künstlichen Intelligenzen verstärkt Aufgaben übernehmen, die bisher von Menschen ausgeführt wurden?