Zeche Hannover

FUTUR_energie

Steinkohle war im Ruhrgebiet über ein Jahrhundert lang der wichtigste Energieträger. 1857 bis 1973 förderte die Zeche Hannover in Bochum riesige Mengen Steinkohle. Die Ausbeutung der Kohle unter Tage führte in der gesamten Region zur Absenkung der Erdoberfläche. Noch heute wirken die Schäden nach. Bergbau und Industrie zogen viele Menschen an. Die Geschichte und Gegenwart der Zeche Hannover ist eng mit Migration und kultureller Vielfalt verwoben. Im Bewusstsein um die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung nimmt das Museum diese Themen in den Blick.

Festivalwoche 12.3. – 19.3.2022
Öffnungszeiten: So. 11 – 22 Uhr / Mo. und Di. 14 – 21 Uhr / Mi. bis Sa. 14 – 22 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Die temporäre Arbeit SLOW VIOLENCE ist in der Festivalwoche täglich ab 19.00 Uhr zu sehen. SINGING MACHINE ist ab dem 16.3.2022 dauerhaft während der Öffnungszeiten im Museum zu sehen.

Für den Museumsbesuch gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet).

Zorka Wollny

Singing Machine

Futur II | 16.03.2022
Overtone Hive, TRAFO Center for Contemporary Art 2020, photo Andrzej Golc

11-Kanal-Klanginstallation

Die Arbeiten der polnischen Künstlerin Zorka Wollny bewegen sich an der Grenze von Theater und bildender Kunst. Durch den Einsatz von klassischen Instrumenten, Alltagsgegenständen und Gesang schafft Wollny Soundlandschaften aus harmonischen Klängen und ortsspezifischen Geräuschen. Ihre Projekte sind stets eng mit der Geschichte und der Architektur des jeweiligen Ortes verbunden.

Für die Zeche Hannover entwickelte Zorka Wollny eine raumgreifende Soundinstallation, die den Malakowturm zum Klingen bringt. Die Arbeit Singing Machine beschäftigt sich mit dem Einfluss der Migration auf die kulturelle Landschaft, insbesondere die Musikkultur, des Ruhrgebiets. Für SINGING MASCHINE lud Wollny Musiker:innen mit diversen kulturellen Hintergründen ein, gemeinsam eine Komposition zu entwickeln. Die elf Tonspuren des Stücks ergeben ein mehrschichtiges Klangbild, das den Malakowturm erfüllt. Der musikalische Ausdruck unterschiedlicher Communitys der Region wird so zu einem räumlich-immersiven Hörerlebnis.

Komposition:
Zorka Wollny (PL/DE)

Sound Design:
Steven McEvoy (IRL/DK)/ Bátor Tóth (HU/DE)

Performer:innen:
Anastasia Osoianu (MD/DE) – Gesang/ Bidisha Das (IND/DE) – elektronische Instrumente/ Gesang/ Gîvara Efrîn (SYR/DE) – Saz, Gesang/ Mohamad Tamem (SYR/DE) – Darbuka, Flöte, Akkordeon/ Ralf Lambrecht (Bed/Ruhristan Medine) – Tuba, Sousaphon, Posaune/ Shevan Tamo (SYR/DE) – Gitarre/ Su Dönmez (TR/DE) – Gesang, Elektro- und Bassgitarre

Joanie Lemercier

Slow Violence

Futur III | 12.03.2022 - 19.03.2022

In seiner audiovisuellen Installation Slow Violence (2019-2021) macht Joanie Lemercier die Eingriffe des Menschen in die Umwelt zum Zwecke der Energiegewinnung erlebbar und reflektiert die sichtbaren wie unsichtbaren Folgeschäden der industriellen Nutzung des Planeten: Mit monumentalen Drohnenaufnahmen dokumentiert Lemercier die landschaftliche Zerstörung durch den Braunkohletagebau im Rheinischen Revier. Aufnahmen von der aufgerissenen Erdoberfläche kombiniert er mit hypnotisierenden Aufnahmen des Hambacher Forsts und den aus den Kraftwerken aufsteigenden Wolken.

Das Außengelände der Zeche Hannover erweckt den Anschein intakter Natur. Der renaturierte Industrieraum ist jedoch heute noch stark durch den Steinkohleabbau gezeichnet. Während die Folgeschäden unter Tage fortbestehen und dadurch weniger sichtbar sind, wird wenige Kilometer weiter im Rheinland das Ausmaß des Braunkohletagebaus unmittelbar offensichtlich. Mit der Videoinstallation Slow Violence vergegenwärtigt Lemercier das Ausmaß des ökologischen Schadens durch die Extraktion und Verbrennung natürlicher Ressourcen. Titelgebend ist das Konzept des Literaturwissenschaftlers Rob Nixon, der die sich allmählich entfaltende Zerstörung als “langsame Gewalt” bezeichnet hat.

Festivalarbeit, 12. - 19.3.22 täglich ab 19 Uhr