Futur III <=> Futur III
Zinkfabrik Altenberg — FUTUR21

Zinkfabrik Altenberg

FUTUR_arbeit

In der Zinkfabrik Altenberg walzten und verarbeiteten von 1854 bis 1981 Arbeiter*innen Zinkbleche. 1997 eröffnete der Landschaftsverband Rheinland in der ehemaligen Walzhalle die Ausstellung „Schwerindustrie“ zur Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie. Seit 2018 wird das Museum umgebaut. Nach größeren Instandsetzungen startet 2023 eine neue Dauerausstellung, die zeigen wird, welche Wirkungen das Industriezeitalter auf das Leben der Menschen und ihre Arbeit hat(te) und auch in Zukunft noch haben wird.

Davide Quayola

Sculpture Factory

Futur III | 05.03.2022 - 12.03.2022

In der Walzhalle der Zinkfabrik Altenberg, in der über 100 Jahre monumentale Maschinen im Zusammenspiel mit dem Menschen gewirkt haben, zeigt der italienische Künstler Quayola mit Sculpture Factory einen Industrieroboter, der aus Materialblöcken endlose Variationen antikisch anmutender Skulpturen modelliert. Der Künstler ersetzt die einzigartige Geschicklichkeit des Bildhauers durch eine von Algorithmen gesteuerte Maschinenintelligenz und befragt darin die zunehmende Überflüssigkeit menschlichen Handelns angesichts der fortschreitenden Automatisierung.

Besucher:innen erleben in Echtzeit, wie neue Skulpturen aus der "Hand" des Industrieroboters entstehen. Inspiriert von Michelangelos Technik des "non-finito" (das "Unfertige"), erforscht die Installation die Spannungen zwischen Form und Materie, dem Realen und dem Künstlichen, dem Alten und dem Neuen.
Ähnlich wie im Museum historische Industrieformen im Spiegel heutiger Gesellschaften betrachtet werden, eröffnet Sculpture Factory mittels modernster Technologie einen offenen Dialog über Formen kreativen Schaffens von der Antike bis in die Zukunft.

Justine Emard

Soul Shift

Futur III | 05.03.2022 - 12.03.2022

In ihrem Video Soul Shift inszeniert die französische Künstlerin Justine Emard das Zusammentreffen zweier Generationen eines humanoiden Roboters. Projiziert auf eine Innenfassade der Walzhalle der Zinkfabrik Altenberg folgt der Film zwei Androiden, die mit einer rudimentären künstlichen Intelligenz ausgestattet sind und sich über Sensoren und Gesten ihrer Umgebung und eigenen Präsenz bewusstwerden. Der Prozess der vermeintlichen Menschwerdung überträgt sich dabei von einer Robotergeneration auf die andere.

Soul Shift spekuliert über die Begegnung mit einer Version von sich selbst und wirft Fragen zur Translokation von Wissen und Identität auf. Das Video ist eines von mehreren Kunstwerken, die seit 2016 in Japan in Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern Hiroshi Ishiguro (Universität Osaka) und Takashi Ikegami (Universität Tokio) entstanden sind. Ausgehend vom Forschungsparadigma, dass lebensähnliche Handlungen auf der Grundlage von Signalen und Sensoren zu erlernen sind, beleuchtet Soul Shift die Auswirkungen, die eine Übertragung von Wissen, entwickelt aus „gelernten Erfahrungen“, auf eine nächste Generation haben kann.